Geschichte: Das Folkwang Museum wurde 1902 von Karl Ernst Osthaus (1874 - 1921) in der westfälischen Industriestadt Hagen gegründet. Osthaus' Bemühungen standen im Zeichen einer umfassenden Reformbewegung, die der degenerierten Kultur der Moderne und dem westlichen Industriebezirk eine neue, positive Erscheinungsform durch Kunst und Kultur geben sollte. Der „Hagener Impuls ist bis heute ein fester Begriff in der Kunstgeschichte und bezeichnet den wegweisenden Anfang einer Sammlung für moderne Kunst in Deutschland. Nach dem Tod des Museumsgründers im Jahre 1921 wurde die Sammlung vom Folkwang-Museumsverein für die Stadt Essen erworben, die mit dem seit 1906 bestehenden Kunstmuseum Essen im Jahre 1922 zum Museum Folkwang vereinigt wurde. Bis zum zweiten Weltkrieg erlangte das Museum Folkwang als Stätte des Sammelns und Vermittelns neuer und neuester Kunst in Essen Weltruf und wurde daher während des Dritten Reiches zur Zielscheibe nationalsozialistischer Hetzkampagnen. Im Rahmen der Aktion „Entartete Kunst 1937 wurden 1400 Werke der Moderne beschlagnahmt und im Anschluss an die Ausstellung teilweise ins Ausland verkauft, nicht aber dem Museum zurückgegeben. Den Bombenangriffen 1944 und 1945 auf die Stadt Essen und das Museum wurden weitere Kusntwerke zerstört. Durch Neuerwerbungen und Rückkäufe konnte sich der Bestand des Museums bis in die 1970er Jahre wieder erholen und sich in einem größeren Umfang als je zuvor präsentieren, sodass das Museum Folkwang heute als eines der renommiertesten deutschen Kunstmuseen gilt, welches herausragende Sammlungen der Malerei und Skulptur des 19. Jahrhunderts, der klassischen Moderne, der Kunst nach 1945 und der Fotografie beherbergt. Über die regionale Identität hinaus versteht sich das Museum Folkwang als international agierendes Museum, welches mit eigenen Ausstellungsaktivitäten bereits weltweit vertreten war und in der Vermittlung von Kunst verschiedener Kulturen und über Grenzen hinweg internationales Renommee genießt.
Bestandsbeschreibung: In der Altregistratur des Museum Folkwang befinden sich Unterlagen aus den Jahren 1898 bis etwa 2010 in einem Umfang von ca. 2440 Akten. Es handelt sich um Korrespondenzakten der Museumsdirektoren und der einzelnen Museumskurator/innen, Akten zum Erwerb von Kunstwerken, Akten zur Konzeption, Organisation und Durchführung von Ausstellungen, Verwaltungsakten des Museums, Akten des Folkwang-Museumsverein, des Kunstmuseum Essen und des Kunstring Folkwang. Darüber hinaus enthält der Bestand wertvolle Informationen zur Provenienzforschung und Provenienzgeschichte der Institution und ihrer Programmatik, zur Biografie von Künstler/innen und zur Kunstgeschichte sowie zum Kunstbetrieb des 20. Jahrhunderts. Im Haus der Essener Geschichte/Stadtarchiv lagert (Stand März 2026) ein Korpus von rund 250 Akten, welche im Rahmen eines Förderprojekts vollständig digitalisiert und nach Prüfung der Rechtslage unter Lizenz zur Nutzung freigegeben sind. Sie beziehen sich zum Großteil auf einen Zeitraum bis 1955, im Einzelfall beinhalten die Akten durch fortlaufende Registratur auch Belange bis etwa 1960 (bzw. 2009). Die Klassifikation der Unterlagen wurde nachträglich bearbeitet und spiegelt nicht mehr die Ordnung der Museumregistratur wieder. Dies betrifft vor allem die sogenannten "Sammelakten" zu präsenten Themen wie "Entartete Kunst" und "Museumsgeschichte", welche in eine ehemalige Mitarbeiterin des Folkwangmuseums eigenständig aus Originalen und Kopien zusammengestellt hat. Eine Verunordnung durch externe Nutzung in den vergangenen Jahrzehnten ist ebenso nicht auszuschließen.
Das Vorwort beruht in seinen Grundzügen auf dem Abschlussbericht von Herrn Merlin Goriß, welcher die Akten vollständig bis 2021 für das Museum Folkwang geordnet, bewertet und verzeichnet hat. Die Digitalisierung wurde im Projekt von Herrn Twickler übernommen. Die abschließende Bearbeitung unterlag dem Haus der Essener Geschichte und wurde von Frau Dr. Placke sowie von Archivarin Dr. Fehse durchgeführt. Die vollständige digitale Onlinepräsentation über die Datenbank des HdEG und den gängigen kulturellen Datenbanken wurde mithilfe der Lizenzgebung durch die Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst für Ende März 2026 ermöglicht. Lediglich wenige Siganturen unterliegen davon ausgenommen noch laufenden Schutz- und Sperrfristen. Die Korrekte Lizenzgebung lautet: "Die Nutzungen der Werkabbildungen urheberrechtlich geschützter Werke aus dem Bestand erfolgen unter einer Lizenz der VG Bild-Kunst im Wege der erweiterten Kollektivlizenz für nicht verfügbare Werke gemäß §§52, 52a VGG". |