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| Slg. 6008 |
| Charlotte Zinke |
Charlotte Zinke, geb. Paetschke (23.06.1891-06.11.1944), Politikerin (Kommunistische Partei Deutschlands), KPD-Bezirksfrauenleiterin im Bezirk Ruhrgebiet, Essener Stadtverordnete, Reichstagsabgeordnete.
Die am 23. Juni 1891 in Zielenzig (heute Sulęcin in Polen) geborene Charlotte Emilie Ernestine Paetschke (in der Literatur bislang als „Maetschke angegeben) kam vor dem Ersten Weltkrieg ins Ruhrgebiet, wo sie 1910 in Mülheim/Ruhr den Maurergesellen und KPD-Funktionär Gustav Wilhelm Hermann (Willy) Zinke heiratete. Zunächst Sozialdemokratin, trat Charlotte (Lotte) Zinke 1920 der KPD bei und war von 1927 bis 1930 KPD-Bezirksfrauenleiterin für den Bezirk Ruhrgebiet. 1929 zog sie in die Essener Stadtverordnetenversammlung ein, 1930 wurde sie in den Reichstag gewählt und gehörte diesem bis 1933 an. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten und der verstärkten Verfolgung von Kommunisten nach dem Reichstagsbrand flohen Lotte und Willy Zinke in die Niederlande. Als sie 1934 nach Essen zurückkehrten, wurde Lotte Zinke aus der KPD ausgeschlossen, weil sie sich nicht an illegalen Aktionen gegen den Nationalsozialismus beteiligen wollte. Obwohl politisch nicht mehr aktiv, wurde Zinke am 26. August 1944 von der Gestapo im Zusammenhang mit der „Aktion Gitter verhaftet. Dabei handelte sich um eine reichsweite Verhaftungsaktion der Gestapo, in der seit dem 22. August 1944 mehrere tausend frühere Reichs-, Landtags- und Stadtverordnete vor allem der KPD und SPD sowie ehemalige Gewerkschafts- und Parteifunktionäre der SPD unabhängig von ihrer politischen Aktivität verhaftet und größtenteils in Konzentrationslager gesperrt wurden. Nach ihrer Verhaftung durch die Gestapo am 26. August 1944 blieb Lotte Zinke bis zum 25. September 1944 in Essen in „Schutzhaft, bevor sie über Berlin in das Konzentrationslager Ravensbrück überstellt wurde und dort nach wenigen Wochen am 06.11.1944 unter ungeklärten Umständen ums Leben kam.
Ehrungen: Gedenkstein im Garten ihres ehemaligen Wohnhauses in der Fängershofstraße 35 in Essen-Fulerum; Namentliche Gedenktafel am Denkmal zur Erinnerung an 96 von den Nationalsozialisten ermordete Reichstagsabgeordnete vor dem Reichstagsgebäude in Berlin; Stolperstein vor ihrem ehemaligen Wohnsitz in der Fängershofstraße 35 in Essen-Fulerum. |
| Best. 6000: 20_1934_65; 20_1941_2.5 |
| Eigentum |
Zinke, Charlotte, in: Werner Röder / Herbert A. Strauss (Hrsg.), Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933, Bd. 1: Politik, Wirtschaft, Öffentliches Leben, München 1980, S. 849. Zinke, Charlotte, in: Hermann Weber / Andreas Herbst, Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945, Berlin 2004, S. 898 Zinke, Charlotte, in: Stadt Essen / Historischer Verein für Stadt und Stift Essen e.V. (Hrsg.), Essener Köpfe, Essen 2015, S. 377. Klaus Wisotzky / Monika Josten (Hrsg.), Essen. Geschichte einer Großstadt im 20. Jahrhundert, Münster 2018, S. 162-163. |